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Währungsunterschiede und -Schwankungen für die Baufinanzierung nutzen?

Grundsätzlich verfolgt der typische Häuslebauer das Prinzip, planungssicher mit einer soliden Immobilienfinanzierung das Ziel seiner Schuldenfreiheit zu erreichen. Daneben gibt es aber auch Darlehensnehmer, die sich in Sachen Finanzen auskennen und eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen, wenn es um die Finanzierung des eigenen Wohntraumes geht. Zu den unkonventionellen Varianten der Baufinanzierung gehört zweifelsfrei das Fremdwährungsdarlehen.

Diese Darlehensform wendet sich an diejenigen, die unter anderem mit der Entwicklung der Kurse das Ziel verfolgen, davon zu profitieren und fremden Währungen den Vorzug geben. Die Aufnahme von fremden Währungen bietet die Chance, günstigere Zinsen der gewählten Laufzeit zu nutzen, als banküblich. So wird die Finanzierung nicht in Euro, sondern in einer fremden Währung aufgenommen. Der Darlehensbetrag wird dann bei der Auszahlung sofort in Euro konvertiert, wobei die Refinanzierung in der Währung durchgeführt werden muss, in der einst das Darlehen aufgenommen wurde. Hierfür müssen Devisen erworben werden. In Verbindung damit stehen naturgemäß immer erhöhte Risiken von Zins- und Kursschwankungen. Bei einer ungünstigen Entwicklung muss man am Ende auch mit einem erhöhten Darlehensbetrag rechnen.

Im Umkehrschluss bedeutet das Fallen der Zinsen einer Fremdwährung, dass durch diesen Zinsvorteil ein geringerer Betrag am Ende zurückgezahlt werden muss. Der spekulative Charakter eines Fremdwährungsdarlehens bestimmt somit über den wirtschaftlichen Erfolg einer solchen Darlehensaufnahme, da die unvorhersehbare Wechselkursentwicklung mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Wer sich für diese Form der Baufinanzierung entscheidet, der muss sich der Tatsache bewusst sein, dass der Wechselkurs stabil bleibt, oder dass ein Wertverlust der Fremdwährung eintreten kann.

Wer einen Sicherheitspuffer in seine Finanzierung einbauen will, kann mit dem Geldgeber eine Kurssicherung vereinbaren, die die Möglichkeit eröffnet, einerseits die speziellen Chancen einer Fremdwährung zu nutzen und andererseits die Risiken steuert. Einige Banken verlangen im Vorfeld auch Sicherheiten, um das Wechselkursrisiko aufzufangen. Werden diese Sicherheiten zu mehr als die Hälfte verbraucht, kann der Geldgeber vom Darlehensnehmer weitere Sicherheiten verlangen, die auch Nachschusspflicht genannt wird.

Oftmals wird ein Fremdwährungsdarlehen mit einer Tilgungsaussetzung vereinbart. Dann muss am Ende der vereinbarten Laufzeit das Darlehen komplett getilgt werden. Bei einer zufrieden stellenden Wertentwicklung des gewählten Tilgungsinstrumentes kann die erwartete Kalkulation übertroffen werden und eine vorzeitige Rückzahlung des Fremdwährungsdarlehens wird ermöglicht. Mit Verlusten muss immer gerechnet werden, wenn die Wertentwicklung negativ ausfällt. Dann können Deckungslücken zu Verlusten führen, die aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen. Aus diesen Gründen sollte jeder Darlehensnehmer seine eigene Risikobereitschaft auf den Prüfstand stellen, bevor er sich für den Abschluss einer entsprechenden Finanzierung entscheidet.

Ein Artikel von baufinanzierung-vergleich24.de